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Die Kinder drücken ihre Nasen
ans Fensterglas, erspäh`n den Schnee.
Den Ostwind hör`n sie wütend blasen,
fest zugefroren ist der See.

Die Kinder fühlen sich beklommen.
Sie wünschen sich aus vollem Herzen,
das Christkind möge endlich kommen.
Sie bitten Mutter um zwei Kerzen.

Sie zünden beide Lichtlein an
und kauern wartend, Hand in Hand.
Ob`s Christkind sie hier finden kann?
Die Kerzen sind längst abgebrannt.

Am Himmel steht der Abendstern.
Die Äuglein fallen zu, ganz sacht.
Ein helles Läuten noch von fern.
Dann wird es um sie tiefe Nacht.

Das Christkind hält mit seinem Schlitten
gleich vor dem Waldhaus, Nummer zehn.
Es lässt sich nicht sehr lange bitten.
Kann vor Erschöpfung kaum noch stehn.

Der Duft nach Rum hält es gefangen.
Der Rumpunsch tut ihm ach so gut.
Lang wär es nicht mehr gut gegangen.
Es fasst urplötzlich wieder Mut.

Zum Dank fürs Mädchen und den Buben
Lässt`s Christkind viele Päckchen da.
Verlässt bedauernd diese Stuben.
Es war dem Himmel hier so nah.!

Draussen hört man`s lauthals singen.
Es verschwindet in der Ferne.
"Zwei Päckchen nur noch muss ich bringen,"
grölt es berauscht. "Dann habt mich gerne!"

© Heidi Hollmann