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Tiefe Stille in der Nacht.
Dichter Tann vom Schnee umweht
und der Abendstern hält Wacht,
der am hohen Himmel steht.

Ich vernehm ein Wispern, Raunen.
Über mir zehntausend Flöckchen.
Unter mir und mit Erstaunen
seh` ich schemenhaft die Glöckchen.

Wie mir scheint, sie singen leise.
Kaum nur kann ich es erwarten.
Befreie sie geschwind vom Eise,
nehm` sie mit in meinen Garten.

Ach, sie mögen dort nicht klingen.
Scheinen stumm für alle Zeiten.
Ich muss sie zurück wohl bringen.
Sie in ihren Wald begleiten.

Wo sie wieder wispern, raunen
und mit ihren grünen Röckchen
lassen sie sich gern bestaunen,
wundersame Waldschneeglöckchen!

© Heidi Hollmann