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Viola gönnt sich oft ein Gläschen.
Auch mal zwei und auch mal drei.
Bekommt sie auch ein Säufernäschen,
ist ihr das ganz einerlei.

Nach Genuß von den Getränken
werden Herz und Seel' ihr weit.
Niemand kann sie nun mehr kränken.
Sie schwebt über Raum und Zeit.

Durstig ist sie an dem Tage,
als sie in den Mai dann tanzt.
Bier kommt schleppend, welche Plage,
Ihr wird fast der Spaß vergranzt.

Sie ergreift und zwar behende,
schnell den ersten vollen Krug
Kurz darauf dreh'n sich die Wände.
Hat sie vielleicht schon genug?

Als gestand'nes Frauenzimmer
Trinkt sie meistens fünfe leer
-Jedenfalls davor schon immer-.
Sie versteht die Welt nicht mehr.

Nach dem Trunk vom zweiten Becher
Kann sie kaum mehr deutlich seh'n.
Wie die meisten Superzecher,
kann auch sie fast nicht mehr steh'n.

Trutz, Violas Ehetreuer,
ordert Rechnung, - ist erstaunt.
"Dieses Bier ist ziemlich teuer."
Meint er, ziemlich schlecht gelaunt.

"Mai-Bock ist das," sagt der Kellner
süffisant und echauffiert,
"Trinken sollt' man davon wenig,
der Herr seh`n selbst, was sonst passiert!"

© Heidi Hollmann